Oktober 21st, 2007
Ich habe die Tage mal mit Mr. X telefoniert, der mir erzählt hat, wie wenig Geld ihm denn für den Monat übrigbleibt. Mr. X ist alleinlebend und Alleinerziehender für einen 5 jährigen. Von seinem Monatsbrutto von 1.350 € verbleiben nach Abzug aller Kosten aus Verträgen u.ä. noch 70 € zum leben. Ein interessanter Fall, um festzustellen, wie sorglos doch manche Leute ihr Geld verpulvern. Eine Liste von Dingen, die man wirklich nicht braucht:
- ein Auto (wenn die wichtigesten Discounter 5 min Fußweg entfernt sind und die Eltern direkt nebenan wohnen und ihr Auto selten nutzen) - Ersparnis 100 €
- einen Kredit für ein Auto - Ersparnis 130 €
- die ganze Wohnung mit Standby-Geräten ausstatten - Ersparnis 10 €
- eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei einem Job als Sekretärin (wenn man nicht mehr sitzen kann bekommt man eine Invalidenrente, alles andere lässt sich mit heutiger Technik ausgleichen) - Ersparnis 50 €
- 3 Telefonverträge als Alleinstehender - Ersparnis 20-30 €
Das sind jetzt aber nur die Sachen, die man einsparen kann. Um das Problem aus der Welt zu schaffen, muß das Allerwichtigste aber von dem Betroffenen kommen: Verständnis der Ursachen des Problems und der absolute Willen diese Ursachen zu beseitigen. Den Ausweg über das Privatfernsehen bekommen nur die besonders krassen Fälle, die sich für nichts zu schade sind.
Oktober 18th, 2007
nach langer Abstinenz hatte ich mal wieder eine CD von Loreena McKennitt in den Player gelegt und zugehört… Dabei fiel mir ein Song auf, den ich bisher noch nicht bewußt wahrgenommen hatte. In wunderschönen Bildern erzählt die Sängerin von einem Straßenräuber, seiner Liebe zu einer Gastwirtstochter und ihrer beider tragischem Ende.
Ich wollte mehr über die Story herausfinden und googelte nach Highwayman und Mc Kennitt, dann nach Highwayman und Noyes, dann nach Highwayman und Keeping, dann nach King George, dann nach Dick Turpin und dann hatte ich sie wieder, die Erinnerung an meine Kindheit.
Dick Turpin wurde in den 80 ern als Fernsehserie gezeigt. Mir fiel sein Dreispitz ein und sein übergroßes Muttermal und das ich beim Spielen nicht Cowboy oder Indianer sein wollte, sondern ein Robin Hood mit Degen und Pistole …
Loreena McKennitt’s Alben sind für besinnliche Abende vor dem Kamin bei einem Glas Rotwein oder einem Schwenker Cognac mehr als zu empfehlen. Nur habe ich jetzt vor einmal mehr ein Poem zu lernen.
Oktober 16th, 2007
Münte ist out! Einer der wenigen Obergenossen, die die Probleme anpacken, anstatt sie auf die nachfolgenden Generationen zu verschieben, wurde von dem Dicken aus Mainz zurückgedrängt.
Nach außen wahren beide das Gesicht. Münte hat Rückrat, wird aber mit seiner Meinung im Vorstand abblitzen. Mein Landesvater hat sich durchgesetzt und ich muß es später ausbaden. Was hat ein älterer ALG Empfänger davon, wenn er 1/2 Jahr länger Unterstützung bekommt wie der nette, joviale, gesellige Kurt Beck es gerne sähe; wenn er im Gegensatz von dem verknitterten Bürokraten Münte einen neuen Job vermittelt bekäme? Etwas Geld gegen den Stolz mit eigener Kraft etwas erreicht zu haben?
Wieder ein paar €uros weniger in der Tasche für die jenigen, die dann die längere ALG-Zeit finanzieren. Kurt Beck wird dann hoffentlich nicht mehr der Obersozi sein.
Ach ja, ich freute mich jetzt schon auf die 20 €uro, die ich im nächsten Jahr mehr in der Tasche haben könnte, wenn ich nicht die üble Ahnung hätte, das ich für Renten-, Krankenkassen- oder Pflegeversicherung einen Zuschlag bezahlen werde oder wenn die Konjunktur an Fahrt verliert, dann doch die älteren Arbeitnehmer meinen Beitrag kosten.
Wann werden die Politiker endlich verstehen, das wir Reformen brauchen und kein Festhalten an Althergebrachten auf Kosten der nächsten Generationen?