Dentier’s Welt
Hilfe, was ist denn jetzt schon wieder los?
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Ein Hoch auf VW

Oktober 31st, 2008

nach dem Hoch an der Börse kommt für die Autobauer noch ein weiteres Hoch in der Schatulle. Da es nicht mehr so viele Banken gibt, bei denen unsere Steuermillionen verpulvert werden können, suchen sich die Lobbyisten im Bundestag neuen Sümpfe in denen die Hälfte meines Gehaltes verschwinden kann. Und siehe da: die Autobauer rufen. Irgendwie müssen die 8 % Gehaltserhöhung der Gewerkschaften ja finanziert werden. Was gibt es da besseres als die ganzen dicken Spritfresser noch schnell loszukloppen bevor der Ölpreis und damit auch der Benzinpreis wieder steigt. Dabei gab es mal eherne Ziele mit dem Kohlendioxid und so …

Kennen wir ja alles noch vom Vorkanzler, der hatte von seinem Badezimmer immer direkt auf die Fabrikhallen geschaut und seinem Nachbarn tut man ja gerne einen (oder viele) Gefallen. Wenn ich nicht raus wäre aus der Nummer täte es mir ja bestimmt auch gefallen. Aber ich Idiot habe mir vor ein paar Jahren mal gesagt, zieh in die Stadt, dann brauchst du keinen Sprit mehr. OK ziehe ich also in eine deutlich teurere Wohnung in der Stadt. Dann brauchte ich kein Auto mehr. OK also hole ich mir jetzt für 2-3 Wochen im Jahr immer eins aus der Autovermietung. Kostet etwa das gleiche wie vorher Steuer, TÜV und Versicherung zusammen, aber ist nicht so eine Dreckschleuder wie der alte.

Und wofür? Damit ich im Linienbus eingequetscht neben ein paar dicken Hausfrauen stehe und draußen so einen Proll mit dickem Geländewagen sehe, der demnext von der KFZ Steuer befreit wird. Danke Staat. Ich liebe Dich, genauso wie Du bist. *Sarkasmus mode off*

Ihr Kinderlein kommet

Oktober 21st, 2008

aber gehet auch bald.

“Armes Deutschland!” hat sie gesagt, die Dame aus dem Kindergarten. Unser kleines Wutsch ist schon sooooo groß. Schon 2 Jahre und 3 Monate! Immer nur Mama und abends ein bissi Papa kann ganz schön langweilig sein für so große Racker. Tipa ist meistens nur noch naß und kalt, also haben Mama und Papa gemeint, sie müßten den kleinen Lingel in einen Kindergarten geben. Mindestens aus sozialen Gründen. In der Gruppe lernt es sich nun mal besser und wenn die Kinder alle im Kreis auf dem Töpfchen sitzen, klappt das auch mit dem Häufchen. So war es zumindest bei Papa früher und beim Cousin Mosi auch. Aber der wohnt im Osten. Da fließt zwar kein Milch und Honig in den Bächen, aber Kinderbetreuungsplätze gibt es dort deutlich mehr als im schönen Kowelenz.

Als Nichtautofahrer müssen wir die Wegezeiten berücksichtigen. Es gibt 3 Kindergärten zu denen wir fußläufig nur 15 min Weg haben. Mit Lingel also eine knappe halbe Stunde. Zwei davon nehmen nur halbtags Kinder ab 3 Jahren und fallen damit leider erst mal weg. Der dritte Kindergarten bietet Ganztagesbetreuung und das schon für zweijährige Kinder. Leider ist der Zugang schwer eingeschränkt. Wir stehen jetzt immerhin auf einer Warteliste an Position 75. Da alleinerziehende Eltern bevorzugt werden, kann es also noch einige Zeit dauern, bis Lingel sich mit anderen Kindern über Sinn und Unsinn von Eltern unterhalten kann.

Kinderbetreuung ist ein ganz heikles Thema im Westen der Republik. Elternteile, traditionell Mütter, werden nach der Geburt von Kindern mindestens 3-6 Jahre aus dem Alltag herausgerissen, da sie sich dann hauptsächlich um Kinder zu kümmern haben. Und selbst wenn das Kleine dann im Kindergarten ist, bei Öffnungszeiten von 8 - 13 Uhr fällt eine Weiterbeschäftigung im erlernten Beruf danach häufig ins Wasser. Wie soll eine Verkäuferin während der üblichen Ladenöffnungszeiten ein Kind aufziehen? Und wie findet man wieder einen Einstieg in den Beruf nach den 6 Jahren? Einzelhandel mag noch gehen, aber im Geschäftsleben findet solch dynamischer Wandel statt, das man/frau wieder bei Null beginnen muß. Lässt sich das alles mit eingeschränkten Finanzen bewältigen? Ein Kinderwunsch trifft junge Familien finanziell besonders hart. Grade in einer Zeit in denen die Wünsche noch größer sind als das Einkommen, wenn Eigenheime immer begehrlicher werden und Autos immer teurer? Es ist durchaus erklärbar, dass die Bevölkerungszahl in Deutschland schrumpft.

Das Leben hat sich gewandelt, die Politik hat das nur noch nicht mitbekommen.

Hunger

April 15th, 2008

wir haben ein Problem: Menschen in vielen Ländern der Welt erleiden Hunger. Das Problem ist nicht neu, aber es vervielfacht sich derzeit. Schuld daran haben wir, die Menschen in den Industriestaaten. Wir haben mit unserer Subventionspolitik - dem Verbilligen unserer eigenen Nahrungsmittel bis in den Export - bewirkt, das sich die Nahrungsmittelproduktion in den Agrarländern der “Dritten Welt” verringert hat. Wir haben mit der Idee, biologische Treibstoffe zu verwenden, bewirkt, das Ackerflächen in der “Dritten Welt” zum Anbau von Ölprodukten umfunktioniert wurden. Wir haben bewirkt, das durch die Abholzung von Regenwäldern, die Erde ihrer natürlichen Schutz verliert, was die Erwärmung und Veränderung des Klimas und damit die Verwüstung weiter Landstriche begünstigt. Wir haben mit dem Drang nach schnellen Geld an der Börse durch Spekulationen den Anstieg der Lebensmittelpreise bewirkt.

Wir, die Menschen der Industriestaaten tun unser Schlechtestes, um die Welt die wir kennen zu zerstören. Wir leben auf Kosten anderer Menschen, auf Kosten von Menschen in der “Dritten Welt”. Und wir müssen damit aufhören, um Schlimmeres zu verhindern.

Hunger ist ein sehr unangenehmes Mangelempfinden. Es passiert nicht im Magen, sondern im Hypothalamus im Zwischenhirn. Ständiger Hunger bewirkt eine Abnahme des Muskelgewebe und der Fettzellen, er bewirkt Stress, Aggressionen, Depressionen, Schlafstörungen. Menschen mit Hunger werden antriebslos und verlieren ihre Konzentrationsfähigkeit. Ihre körperlichen und geistigen Aktivitäten werden eingeschränkt, ihre Knochen werden brüchig und das Immunsystem wird geschwächt, so das schon leichte Erkrankungen tödlich verlaufen können. Besonders bei Kindern kann die kognitive und physische Entwicklung unumkehrbar beeinträchtigt werden.

Die Welthungerhilfe geht von fast 1 Mrd. Menschen auf der Welt aus, die an chronischem Hunger leiden. Und das alles nur, weil wir in den Industriestaaten mit einer grenzenlosen Ignoranz mit der Devise “nach uns die Sintflut” leben.

Es ist einfach zu helfen. Es wird nicht sofort alles verbessern was schlecht ist. Aber es wird helfen. Helfen kann jeder einzelne auf vielfältige Weise. Mit Geld, mit Sachspenden, mit Aktionen, mit politischer Einflußnahme. Verbrauchen Sie weniger ökologisch schlechte Produkte. Seien Sie ein besseres Beispiel für Ihre Freunde und Familie. Nur fangen Sie damit an bevor es zu spät ist. Es ist fünf vor zwölf! Und ich habe angefangen zu helfen.

I want to believe

März 19th, 2008

Viele Menschen glauben. Einige glauben an Gott, einige an andere Götter und einige sogar an die jeweiligen Lebenspartner.

Außerdem glaube ich an Geld! Und damit stehe ich nicht alleine da. Geld ist eine tolle Sache. Man kann damit einkaufen, Steuerschulden bezahlen, Auftragskiller entlohnen. Man kann darin baden, dafür Banken ausrauben, es nicht riechen. Aber das Beste ist: wie an den Erschaffer der Welt, kann man daran glauben. Man muß es sogar! Denn Geld ist nur Schein und Illusion. Nein der Silberdollar und die Goldmark sind echt. Man kann darauf beißen und der Wert des Materials übersteigt sogar noch den Zahlwert dieser Stücke. Aber die 4000 €, die mir Scheffe jeden Monat auszahlt, sind es nicht. Damit meine ich nicht, dass sich unser netten Sozialstaat da regelmäßig die Hälfte davon direkt holt, bevor es mein Konto erreicht hat. Nein, das Geld auf dem Konto ist nicht da. Dort ist nur eine Zahl und ein paar Nullen. Gelegentlich auch ein Minus, aber nichts anderes.

Man lernt so etwas in der Volkswirtschaftslehre. Ein Beispiel: Ich habe 1000 € bei der S-Bank. Diese brauche ich aber nicht, sondern nur 200 €, der Rest wird gespart. Die S-Bank arbeitet mit dem Geld und gibt es der K-Bank. Vielleicht braucht Herrn Kah ja ein Darlehen. Der hat sein Konto dort. Das Geld braucht er auch noch nicht sofort und so verleiht es die K-Bank an Lieschen Müller. Die bringt es zur M-Bank und so vermehrt sich das Geld auf wundersame Art und Weise. Der Prozeß heißt Geldschöpfung. und das funktioniert nur, solange die Menschen daran glauben, das die Zahl mit den Nullen auch Geld ist. Bargeld gibt es nämlich nur einen Bruchteil davon. Und wenn die Menschen alle auf einmal ihr Geld abheben wollen, gibt es Anarchie und Plünderungen.

Genau dieses könnte uns bevorstehen. Denn es gibt eine Nation in der Welt, die sich um die Welt einen Dreck schert. Die Amerikaner sind ein sehr konsumfreudiges Land. Unter dem Deckmantel der größten Volkswirtschaft der Welt, wurde am Rad der Geldschöpfung gedreht, bis es aus dem Ruder lief. Kaufen, kaufen, kaufen und alles auf Pump. Kredite wurden ausgegeben ohne Sicherheiten zu prüfen. Kostspielige Kriege für Öl und zur Befreiung der Muslims wurden geführt und das Geld wurde knapp. Und dann wollten die Banken das Geld zurück. Aber das war ja gar nicht mehr da und abgesichert war es auch nicht. Banken ohne Geld gehen pleite oder werden für einen lächerlichen Preis vom nächstgrößeren Konkurrenten geschluckt.

Aber jetzt ist etwas passiert: Herr Ackermann (Deutsche Bank) ruft den Staat um Hilfe für die Finanzmärkte auf. Der Staat, also die ganzen dämlichen Steuerzahler, so wie ich einer bin, soll den Banken, die vielleicht anstatt 3 Mrd. nur noch 1 Mrd. Gewinn erwirtschaftet haben helfen?  Mit meinen Steuergeldern soll der Top-Verdienst von Herrn Ackermann & Co gesichert werden? Njet, nicht mit mir. VETO! Ich will stärkere Kontrollen und stärkere auch finanzielle Verantwortung der Missmanager. Und die mittelständische Wirtschaft und die Kleinunternehmen müssen gestärkt werden. Diese bezahlen immerhin das Gros der Arbeitnehmer, also die die dann die Steuerzeche aufgebrummt bekommen. Wenn unsere Firma investieren möchte, will der Bankmanager doppelte bis dreifache Sicherheiten. Es wäre also nett wenn der Staat dort mal etwas unter die Arme greifen würde anstatt mein Geld in die Geldbörse von Ackermann & Co fließen zu lassen. Ich möchte auch wieder an Geld glauben können…

Oh du schönes Böhmer Land

Februar 25th, 2008

Die DDR-Mentalität ist schuld an hoher Babymordrate! Dieser artikulierte Blödsinn identifiziert den Verfasser als unfähig der Moderation und der Logik, was er in seinem Job aber dringend nötig hätte. Der Mann heißt Wolfgang Böhmer und ist derzeit Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt. Seinen Lebensweg machte er in einem System in dem sich die Gesellschaft und der Staat um Mütter und Kinder gekümmert hatte, als ehemaliger Frauenarzt sollte er sich daran erinnern können. Die Mütter der getöteten Kinder kennen die DDR kaum, vielleicht nur noch vom Hören-Sagen der älteren Generationen. Also was reitet einen wichtigen deutschen Politker so einen hanebüchenen Schwachsinn zu erklären? Will er damit von seiner eigenen mißlungenen Politik ablenken, die auch dazu führt das die Menschen die Hoffnung verlieren, Angst vor der Zukunft haben, Angst die eigene Existenzgrundlage zu verlieren. Das Kinder als Belastung angesehen werden. Dies ist es was die jungen Mütter von heute interessiert. Und nicht der Blick in eine Vergangenheit die schon seit fast 20 Jahren überholt ist.

Neue Genossen braucht das Land

Februar 24th, 2008

die Sozis haben ein Problem: mit der Generation Schröder, Münte und Clement haben sie ihre Regierungsfähigkeit verloren. Aus der Partei der Macher ist die Partei der Möchtenichtse geworden. Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg sind sie neben den Linken die Partei mit den Zuwächsen, während Grüne und CDU mehr oder weniger verloren haben. Es gibt eine Mehrheit links der Mitte. Aber anstatt neue Wege zu versuchen und selbst den Bürgermeister zu stellen, bevorzugen sie die Juniorpartnerschaft oder gar die Opposition. Man erinnere sich: der Genosse Schröder hatte nach der verlorenen Bundestagswahl 2005 die These aufgestellt, das die SPD stärkste Kraft sei und den Bundeskanzler zu stellen habe und nicht die CDU, wobei er außer acht ließ, das diese ein traditionelles Bündnis mit der bayrischen CSU hält. (die beiden Parteien zusammen hatten ein paar Wählerstimmen mehr auf dem Zettel) Der Mann wollte die Macht. Naumann nicht. Ohne Vertrauen in die eigene Kraft ist es auch schwierig. Auf der Oppositionsbank kann man nicht für verfehlte Landespolitik verantwortlich gemacht werden. Ist halt etwas einfacher, wenn man sich aus der Verantwortung stiehlt.

Die CDU versucht es mit den neuen Mehrheiten. Ein Bündnis mit den Grünen liegt im Bereich des Machbaren. Auch wenn die Grüne Basis mit Buh-Rufen reagiert, wird die Parteispitze diese Mitregierungsoption prüfen. Programmatisch dürfte den Grünen, wie auch den Sozis eine linke Koalition näher liegen. Aber im Gegensatz zur SPD hat man bei der Partei die, wie die Linken jetzt, in den 80ern ausgegrenzt war erkannt, das man durch Verantwortung verändern kann.

Zusammen, was zusammen gehört

Februar 23rd, 2008

Europa wächst zusammen! Die Ereignisse im Kosovo lassen diese These bröckeln. Nachdem sich die alleine nicht über lebensfähige Provinz vom Mutterland Serbien losgesagt, teilen diverse Staaten, darunter auch Deutschland ihre Freude darüber durch Anerkennung des Gebietes als unabhängiger Staat mit. Nicht nur, das dadurch sämtliche ebenfalls bestehende separatistische Bewegungen Auftrieb erhalten, nach Durchführung ein paar kleiner Reförmchen wird in absehbarer Zeit (wahrscheinlich noch vor dem Beitritt der Türkei :-D ) ein weiteres Nettoempfängerland Mitglied des europäischen Staatenbundes. Und die Restrepublik Serbien weint sich bei dem Großem Bruder aus und erhält ein paar Kannen Erdöl gratis, den Verlust gleichen Lukoil und Gazprom eben durch Preiserhöhungen für den Rest der Welt aus.

Und die Lehr’ aus der Geschicht: “Erst teilen, zusammen gehts sowieso nicht.”

Dr Äbbelwoi Kingergarden

Februar 18th, 2008

Spannender Wahltag in Hessen: die beiden Gr0ßen gleichauf, die Linke drin! Was kommt nun? Spannung? Fehlanzeige. Nee mit de mog isch ned, un mit dene erst räschd nid, so schallt es in gr0ßer Einigkeit aus Wiesbaden. Anstatt die spannenden Möglichkeiten von Neuen Mehrheiten auszuprobieren, spielen die ernannten 64% Vertreter kleinkarierte Machtspielchen.

Es ist ermüdend mitanzusehen, wie die Möchtegernpolitiker ihren Beruf verkennen. Machiavelli stellte seinerzeit fest: “Politik ist die Summe der Mittel, die nötig sind, um zur Macht zu kommen und sich an der Macht zu halten und um von der Macht den nützlichsten Gebrauch zu machen.” Nur - an die Macht will ja gar keiner :-( Warum eigentlich nicht? Alle Parteien haben in ihren Wahlkämpfen Schwerpunkte benannt, die ich wichtig und gut finde. Jugendgewalt bekämpfen die CDU, Stärkung der Sozial-Schwachen die Linken, innovative Umweltpolitik die SPD usw. Warum können die nur über Fraktionen miteinander sprechen, warum können nicht auch Mehrheiten über Parteigrenzen hinweg gefunden werden.

Es gibt kein Gesetz über Fraktionszwang in den Parlamenten. Fraktionszwang gibt es nur in den Holzköpfen der Leute die in den Parlamenten drin sitzen.

Der Rubel soll rollen…

Februar 18th, 2008

jaja da macht es sich die Koalition wieder mal einfach. Auf Berichte über steigende Kinderarmut u.ä. wird mit der Vorankündigung einer pauschalen Kindergelderhöhung geantwortet. Wenn es wahr werden sollte, was in den Medien gemunkelt wird, immerhin 6,5 %. Den Staat kostet das 2 Milliarden €. Toll! Beeindruckende Zahlen. Da greift der Staat ja richtig tief in die Tasche.

Mal nachrechnen, wieviel denn bei unserem kleinen Wutsch ankommt: 6,5 % von 154 € sind 10 €. Etwas weniger als ein Paket Windeln mehr pro Monat oder 1,5 h Kosten für den Babysitter, wenn die Mama doch mal zu ihren Fortbildungskursen gehen will. Oder auch nur der Ausgleich der Preiserhöhung von Milchprodukten, die es kürzlich gegeben hat.

Ist es denn wirklich so schwierig mal bei den Familien und Kleinfamilien nachzufragen, was besser gemacht werden kann? Ich brauche keine 10 € mehr, die fließen doch eh nur in das Konzernergebnis von Nestle und Co. Ich brauche ganztägige Kinderbetreuung, die nicht die Familienkasse sprengt, ich brauche kostenfreie Schulbücher, ich brauche Hilfe bei der Zukunftssicherung meiner Kinder. Der einzelne Kindergeldempfänger kann das nicht mit 10 € bezahlen. Aber der Staat könnte das. Wenn er denn Interesse daran zeigen würde, etwas besser machen zu wollen. Macht er aber nicht. Pauschal 10 € Erhöhung ist einfacher. 2 Milliarden sind viel Geld, die Kindergeldempfänger sollen gefälligst danke sagen. Also: Danke Staat, ich freue mich regelmäßig miterleben zu dürfen, wie sehr du die Abwanderung von Fachkräften und die Überalterung der Bevölkerung zum Anlass nimmst, daran etwas zu ändern. Ich lebe in Deutschland! Mal sehen wie lange noch.

Ausge Riester t?

Januar 15th, 2008

Ein Gespenst geht um in Deutschland - das Gespenst der Altersarmut. Alle Mächte in Deutschland haben sich zu einer heiligen Ignoranz gegen dieses Gespenst verbündet…

Politiker haben ein lustiges Leben, sie können lügen und lügen und werden dafür nicht bestraft! Wenn ich dem Scheffe irgendeinen Mist erzähle und morgen davon nix mehr wissen will, setzt der mich vor die Tür. Knallhart! Die Damen und Herren in den Parlamenten fallen höchstens auf ihre prall gefüllten Pensionssäckel, in die sie zudem kaum selbst ein bezahlt haben. Die Welt ist ungerecht!

Im Jahre 2002 wurde dem Volk das Riestern auferlegt. Und weil dieses Volk nicht gefügig war, hat es in den letzten Jahren einige Schmankerl für die Vermittler gegeben, um das Volk zu seinem Glücke zu führen. In Zusammenarbeit mit den Banken wurde im letzten Jahr nochmal ordentlich gepowert. Jedem unserer neuen Azubi’s wurde von seinem Geldinstitut ein Riestervertrag aufgeschwatzt. Azubi? Riester? Klingelts? Ja richtig: ein Azubi hat da gar nix von. Ebenso wie andere Geringverdiener. Ebenso wie Mütter, in der Erziehungszeit. Oder wie die Leute, die ihren Lebensabend im Ausland verbringen wollen.

Alle diese sind mit einem Festgeldkonto oder einem Bausparvertrag besser bedient. Riestern ist für gutverdienende Familien mit Kind(ern). Die bekommen Zulagen. Zulagen im Tausch für die Gelder, die sie vorher für die Bekleidung und Ernährung der Kinder ausgeben mussten. Die Zulagen für kinderlose Nichtfamilien sind eher bescheiden. Das heißt, unsere Azubi werden nur ein paar sehr, sehr magere Euronen in ihr Sparsäckel schütten können. Nicht zu vergleichen mit den Abgeordnetendiäten, diese wurden immerhin bis 2009 um 10% angehoben. Ich hätte das auch gerne mal so: Scheffe fragt “Wolle mehr Geld?” Dentier hebt Hand.

Ausgerechnet jetzt kommt ans Licht, das dieses sauer angesparte Geld auch noch zum Auffüllen der Grundrente dienen soll. Grundrente, das ist so knapp über dem Sozialhilfesatz und dafür soll der Michel auch noch jeden Monat 100 € auf die Seite legen. Dafür das er später einmal das gleiche Einkommen erhält wie Leute, die auf Wohlfahrtskosten leben. Ist die Riesterrente etwa die Rentenreform auf Kosten der Geringverdiener? Riestern wir für Angie & Co?

Wo ist der Heiland, der sich an das marode Rentensystem in Deutschland heranwagt. Der eine Zukunft bauen vermag. Ist es denn wirklich so ein Tabu, jetzt ein paar Leuten vor den Kopf zu stoßen, aber dafür eine gesunde Perspektive schaffen, die den Generationen danach einen Anreiz schafft, auch für das Rentensystem zu arbeiten. Dentier’s Wunschliste:

  • eine staatlich finanzierte Grundrente
  • eine nach Einzahlungen gestaffelte Zusatzrente aus der Rentenversicherung in die alle volljährigen Menschen einen gleichen, geringen Beitragssatz einzahlen
  • zusätzliche private Vorsorge bleibt auf die Grund- und Zusatzrente anrechnungsfrei
  • deutliche Rentenboni auf Kinder
  • Kinder dürfen keine finanziellen Einbußen für die Eltern darstellen. Ein angemessenes Kindergeld von 300 € und gute staatliche, ganztägige Betreuungsangebote ab den ersten Monaten. Dann ist Deutschland ein Staat in dem es wieder Spaß macht, Kinder zu haben.

So, in Deutschland ist ja bald wieder Wahljahr. Also wenn eine Partei das Dentier als Wähler braucht, dann sollte sie ihm vorab die oben stehenden Sachen versprechen. Dann kann das Dentier sie auch mit gutem Gewissen wählen. Er weiß das hinterher ja doch alles anders kommt :-(

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